Gemeinde Michelfeld

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Neues aus dem Rathaus

Der schwerste Transport im Landkreis Schwäbisch Hall erreicht sein Ziel

Der wohl schwerste Schwertransport, der jemals durch den Landkreis Schwäbisch Hall gefahren ist, hat am Morgen des 15. April für viele staunende Gesichter in der Bevölkerung gesorgt.
 
Der Stromnetzbetreiber TransnetBW erhöht momentan die Übertragungskapazität im Nordosten von Baden-Württemberg und verstärkt dazu das Stromnetz zwischen Kupferzell (Hohenlohekreis) und Leingarten (Landkreis Heilbronn) auf 380 Kilovolt. Dazu wird im Umspannwerk Kupferzell ein 272 t schwerer Transformator benötigt, der im niederländischen Nijmegen gebaut worden ist.
 
Für den Transport hat die Spedition Kübler aus Michelfeld verantwortlich gezeichnet. Sofort war klar, dass so ein gewaltiges Gewicht auf den Straßen nur über sehr kurze und ausgewählte Routen führen konnte. Nach eineinhalbjähriger Planung fiel im Februar 2018 in Nijmegen der Startschuss. Zuerst ging es über eine kurze Strecke zum Hafen von Nijmegen, wo der Transformator in ein Rheinschiff verladen wurde. Eine Woche später wurde der Transformator dann in Heilbronn mit zwei riesigen Kranen auf den Tieflader von Kübler geladen. Auch dieser Tieflader ist etwas Besonderes: Eine spezielle Trägerbrücke mit 350 t Hubkraft, die die Last sogar noch 1,50 m hoch über Hindernisse hinwegheben kann. Insgesamt ist der Transport 514 t schwer und 78 m lang. Ein normaler LKW dagegen nur 40 t schwer und 16,50 m lang.
 
Diese letzte Etappe verlangte viel Planungsarbeit. Die einzige mögliche Strecke  führte von Heilbronn über Löwenstein und Mainhardt  zum Schwerlastlager von Kübler nach Michelfeld. Hier wurde der Transformator zwischengeparkt.
 
Die letzte Etappe am 15. April übertraf dann mit all ihren Schwierigkeiten den Rest der Strecke um ein Vielfaches. Zur verkehrsarmen Zeit wurde in Michelfeld die Bundesstraße B 14 voll gesperrt. Der Grund war die schwache Brücke über die Bibers. Eigens für diese Überfahrt wurde der Transporter von 32 Achsen auf 41 Achsen erweitert um die Last weiter zu verteilen. In Millimeterarbeit wurde der Lindwurm von den Spezialisten der Spedition Kübler über die Brücke gelenkt. Nachdem der Zug wieder auf seine ursprüngliche Größe zurückgebaut war, ging es über die Westumgehung weiter Richtung Kupferzell. Aber aufgrund einiger zu schwacher Brücken mussten weitere Umwege in Kauf genommen werden. Statt geradeaus über die Westumgehung und die B 19 ging es durch enge Ortschaften und schmale Kreisstraßen zum Ziel. Die Anwohner in Hesselbronn, Gottwollshausen, Gailenkirchen, Goggenbach und Kupferzell konnten kaum glauben, was da am Sonntagvormittag vor ihren Haustüren fuhr. Viele waren einer Meinung: „Der hat sich verfahren“ oder „Da kommen die nie ums Eck“ waren die meistgehörten Sätze. Doch jeder Zentimeter war zuvor genau geplant.
 
Nach insgesamt 6-stündiger Fahrt erreichte der Transport planmäßig um 13:00 Uhr die Einfahrt zur Umspannanlage. Die Polizei, die den Transport begleitet und die Straßen gesperrt hatte, kann von einem Transport ohne besondere Vorkommnisse berichten. Ebenso ein von der Transportversicherung beauftragter Havariekommissar: „Es hat alles wie aus dem Lehrbuch geklappt und wir sind mit der Arbeit sehr zufrieden“ hieß es einhellig aus Expertenmund.

Unter regem Interesse der Zuschauer fährt der 514 t schwere und 78 m lange Transport durch Michelfeld
Unter regem Interesse der Zuschauer fährt der 514 t schwere und 78 m lange Transport durch Michelfeld
Mit insgesamt 41 Achsen wird die Bibersbrücke in Michelfeld überfahren. Dazu wurden vor der Brücke eigens neun Zusatzachsen angebaut
Mit insgesamt 41 Achsen wird die Bibersbrücke in Michelfeld überfahren. Dazu wurden vor der Brücke eigens neun Zusatzachsen angebaut
In Gailenkirchen wurde an der scharfen Kurve vor der Kirche der Transformator über das Eckgrundstück geliftet
In Gailenkirchen wurde an der scharfen Kurve vor der Kirche der Transformator über das Eckgrundstück geliftet

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